Jetzt kursieren diese Meldungen über ernüchterte Trump-Wählende. Da sind z.B. der weiße Dude, dessen Latino-Freundin plötzlich deportiert wird und der Vater einer trans Tochter, deren medizinische Behandlung bedroht ist. Es hagelt Schadenfreude für die ignoranten Dödel, die jetzt die Folgen ihrer Wahl "am eigenen Leib" zu spüren bekommen.
Aber wer hat den Schaden wirklich, über den da gelacht wird?
Da werden Menschen von ihren engsten Vertrauten vor den Bus geworfen, und alles, was anderen Leuten dazu einfällt ist Schadenfreude? Kein Gedanke an die Opfer, kein Mitgefühl? Alle Aufmerksamkeit für die Täter und freie Fahrt für die eigene Häme?
Leute. Bitte.
@der_zaunfink Sorry, nein. Das nennt sich Verantwortung für das eigene Handeln übernehmen. Das sind Menschen, deren Wahl halt Realität wurde.
Wer nach vorheriger Trump-Präsidentschaft, monatelanger Wahlkampfperiode und intensivster Aufklärung keine Empathie für andere hatte, also Trump wählte und jetzt wegen persönlicher Betroffenheit heult, hat halt jetzt endlich mal erlebt, was nur die anderen alle gern hätten erleben sollen!
Schadenfreude ist mMn dabei nur Coping und basiert doch darauf, dass blinder Egoismus sich nun in den eigenen Fuß geschossen hat. Ich finds unpassend, aber verstehe das sehr gut.
@Rainer_Rehak
Ok, ich verstehe so laaangsam ein kleines bisschen die andere Perspektive. Aber mein Befremden und Unbehagen bleiben.
Da war zum Beispiel ein Artikel mit einem Foto des Trumpwählers und seiner Freundin / Verlobten / wasauchimmer. Man sieht beide, man erfährt von beider Situation. Meine Aufmerksamkeit geht da automatisch zu ihr, die zweifellos das wesentlich größere Problem hat. Und ich erlebe, dass andere Menschen sich nicht für Mitgefühl mit ihr entscheiden, sondern für Häme gegen ihn. Sie taucht in deren Reaktionen gar nicht auf, sie wird geradezu ausgeblendet. Schadenfreude ist den Leuten wichtiger als Mitgefühl. Ich kann das nicht nachvollziehen.
Es ist mir unbegreiflich, wieso jemand Trump/CDU/AfD wählt. "Dummheit" greift evt zu kurz. Wer Hass und Hetze als Coping Strategie so für sein Ego braucht, dass er sogar gegen seine eigenen Interessen wählt und vor sich verleugnet, manipuliert zu werden von gierigen Idioten, der hat auch noch ein ganz anderes Problem als Dummheit.
Die Betroffenheit eines Trumpwählers ist die Chance ihm aufzuzeigen, was Trumpismus anrichtet und ihn von Alternativen zu überzeugen.